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Mundgeruch mit weiteren Beschwerden


Eine häufige Ursache von 06t48Mundgeruch sind kariöse Zähne, Entzündungen der Nasennebenhöhlen und Abszesse in der Mundhöhle z. B. nach Verletzungen durch äußerlich oft unauffällig eingespießte Gräten oder Knochensplitter. Jede Eiterung im Mundhöhlenbereich macht sich durch unangenehmen Geschmack und Geruch bemerkbar. Mundgeruch bei Kindern liegen oft vergrößerte Gaumenmandeln zugrunde, wie sie nach häufigen Mandelentzündungen (Anginen) vorkommen. Im späteren Alter finden sich eher chronische Anginen als Ursache für süßlich-faulig riechenden Atem. Bei chronischen Erkrankungen von Lunge, Speiseröhre, Nieren oder Magen stellt Mundgeruch eine häufige Randerscheinung dar. In anderen Fällen kann er jedoch wegweisend für die Diagnose sein: Bei Bewusstlosen mit unbekannter Krankheitsgeschichte gibt Azetongeruch einen Hinweis auf ein diabetisches Koma, während der Geruch nach Erde auf ein Koma durch akutes Leberversagen deutet.

Beschwerdebilder, ihre Ursachen, Maßnahmen und Selbsthilfe

Mundgeruch mit Kopfschmerzen, verstopfter und/oder laufender Nase

Ursache:

  • Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)

Maßnahme:

  • In den nächsten Tagen zum Haus- oder HNO-Arzt

Mundgeruch mit einseitigem Schnupfen

Ursachen:

  • Fremdkörper in der Nase
  • Gut- und bösartige Tumoren in Nase oder Nasennebenhöhle

Maßnahme:

  • In den nächsten Tagen zum HNO- oder Hausarzt

Länger bestehender Mundgeruch mit Zahnfleischbluten; schmerzlose Rötung des Zahnfleisches; evtl. lockere oder verschobene Zähne

Ursachen:

  • Zahnfleischentzündung (Gingivitis)
  • Entzündung des Zahnhalteapparats (Parodontitis)

Maßnahme:

  • In den nächsten Wochen zum Zahnarzt, wenn Zahnfleischbluten länger andauert

Selbsthilfe:

  • Sorgfältige Zahnhygiene
  • Zahnfleischbalsam

Mundgeruch mit Zahnschmerzen

Ursachen:

  • Wurzelvereiterung
  • Kieferhöhlenentzündung, Schmerzen entlang der ganzen oberen Zahnreihe

Maßnahme:

  • Am selben Tag zum Zahnarzt bzw. HNO-Arzt

Mundgeruch mit schmerzhafter Schwellung in der Mundhöhle; oft Fieber, Schüttelfrost

Ursache:

  • Mundhöhlenabszess

Maßnahme:

  • Sofort zum HNO-Arzt

Länger bestehender Mundgeruch mit schmerzhaften Wucherungen an der Mundschleimhaut oder Zunge; blutiger Speichel; meist nach langjährigem Zigaretten- und Alkoholkonsum

Ursache:

  • Krebs der Mundschleimhaut oder Zunge, meist Spinaliom

Maßnahme:

  • In den nächsten Tagen zum Haus- oder HNO-Arzt, wenn die Veränderungen nicht innerhalb von 2 Wochen abheilen

Neu aufgetretener Mundgeruch mit stark schmerzhaften Bläschen und/oder Geschwüren in der Mundhöhle; Fieber; Speichelfluss; geschwollene Lymphknoten im Kieferwinkel

Ursachen:

  • Mundfäule (Stomatitis aphthosa), v. a. bei Kindern
  • Akute nekrotisierende ulzeröse Gingivitis (ANUG, schwere Entzündung der Mundschleimhaut), v. a. bei jungen Männern

Maßnahme:

  • Am selben Tag zum Kinder-, Haus-, HNO- oder Zahnarzt

Selbsthilfe:

  • Auf ausreichende Trinkmenge achten (z. B. abgekühlten Kamillentee oder kaltes Wasser), evtl. mit Strohhalm
  • Pinselungen oder Gurgeln, z. B. mit Kamille-, Salbei-, Rathania- oder Myrrhetinktur

Mundgeruch mit stechenden Schmerzen beim Schlucken am hinteren Rachen oder Zungengrund

Ursache:

  • Eingespießter Fremdkörper, z. B. Fischgräte, Knochensplitter

Maßnahme:

  • Sofort zum HNO-Arzt

Süßlich-fauliger Mundgeruch; vergrößerte Lymphknoten im Kieferwinkel; evtl. kloßige Sprache

Ursache:

Chronische Erkrankung oder Funktionsstörung in Atemwegen oder oberem Magen-Darm-Trakt, z. B.
  • Chronische Angina (chronische Mandelentzündung)
  • Vergrößerte Gaumenmandeln, besonders bei Kindern

Maßnahme:

  • In den nächsten Wochen zum Haus- oder Kinderarzt

Süßlich-fauliger Mundgeruch mit Schluckschmerzen und Fieber

Ursachen:

  • [Streptokokken-]Angina
  • Pfeiffersches Drüsenfieber
  • Sehr selten: Diphtherie

Maßnahmen:

  • Notarzt rufen oder sofort in die nächste Klinik bei Atemnot (Verdacht auf Diphtherie)
  • Ansonsten spätestens am nächsten Tag zum Haus-, Kinder- oder HNO-Arzt

Mundgeruch mit einseitigen Schluckschmerzen; einseitige Schwellung der Halslymphknoten; kein Fieber

Ursache:

  • Angina ulceromembranacea (Plaut-Vincent-Angina; 06k67seltene, bakterielle Mandelentzündung mit ausgedehnten gelbgrauen Auflagerungen auf den Mandeln, die auf die gesamte übrige Rachen- und Mundschleimhaut übergreifen können; dennoch geringes Krankheitsgefühl)

Maßnahme:

  • In den nächsten Tagen zum Haus-, Kinder- oder HNO-Arzt

Mundgeruch mit Husten und Auswurf

Ursachen:

  • Akute Bronchitis
  • Chronische Bronchitis (Raucherhusten), chronisch-obstruktive Bronchitis
  • Bronchiektasen (ausgesackte Bronchien)
  • Lungenkrebs

Maßnahme:

  • In den nächsten Tagen zum Hausarzt, wenn die Beschwerden neu aufgetreten sind

Mundgeruch mit Schluckschwierigkeiten und Hochwürgen unverdauter Nahrung

Ursachen:

  • Speiseröhrendivertikel (Ausbuchtungen der Speiseröhrenwand)
  • Achalasie (Krampf des Speiseröhrenausgangs)

Maßnahme:

  • In den nächsten Wochen zum Hausarzt

Unangenehmer Geruch beim Aufstoßen mit Magenschmerzen; oft Übelkeit, Völlegefühl, Appetitlosigkeit

Ursachen:

  • Akute Magenschleimhautentzündung (akute Gastritis), Ulkuskrankheit
  • Magenkrebs

Maßnahme:

  • In den nächsten Tagen zum Hausarzt

Mundgeruch mit wiederkehrenden Durchfällen und Blähungen

Ursache:

  • Bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms

Maßnahme:

  • In den nächsten Tagen zum Hausarzt

Fruchtig-saurer Mundgeruch nach Erbrechen oder bei Fieber

Ursache:

  • Azetongeruch durch die veränderte Stoffwechsellage

Maßnahme:

  • Am selben Tag zum Haus- bzw. Kinderarzt, wenn das Erbrechen länger anhält oder weitere Beschwerden dazukommen

Fruchtiger Mundgeruch mit Übelkeit, Bauchschmerzen und Bewusstseinstrübung; evtl. bekannter Diabetes; gerötetes Gesicht, tiefe Atmung

Ursache:

  • Azetongeruch durch diabetische Stoffwechselentgleisung (Ketoazidose), nur bei Typ-1-Diabetes

Maßnahme:

  • Notarzt rufen oder in die nächste Klinik

Süßlich-fauliger Mundgeruch mit Verwirrtheit, Schläfrigkeit oder Bewusstlosigkeit; evtl. Gelbsucht (Ikterus)

Ursache:

  • Leberausfallkoma (schweres Leberversagen), meist als Endstadium einer Leberzirrhose

Maßnahme:

  • Kranken in die nächste Klinik fahren oder Notarzt rufen

Uringeruch von Atem und Körper; Übelkeit und Erbrechen; bräunlich-graue Haut, Ödeme

Ursache:

  • Urämie (Harnvergiftung) bei chronischem Nierenversagen

Maßnahme:

  • Am nächsten Tag zum Hausarzt, wenn die Beschwerden neu auftreten oder plötzlich zunehmen

Ihr Apotheker empfiehlt



Zahn- und Zungenpflege.

Eine sorgfältige Mundhygiene vermindert Beläge auf Zunge und Zähnen. Dabei ist es wichtig, nach regelmäßigem Zähneputzen und Säubern der Zahnzwischenräume, die gründliche Reinigung der Zunge nicht zu vergessen. Oft lösen Zersetzungsprozesse von Essensresten, absterbenden Schleimhautzellen und Bakterien auf dem hinteren Teil der Zunge den Mundgeruch aus. Vor allem die mechanische Zungenreinigung vermindert kurzfristig den Mundgeruch meist deutlich. Dabei wird die Zunge mit speziellen Zungenschabern, Zungenbürsten oder dem Rand einer Zahnbürste abgeschabt. Gegen den dabei häufig verspürten Würgereiz helfen besonders flache Zungenreiniger. Zusätzlich unterstützen Mundspüllösungen mit ätherischen Ölen wie Eukalyptus oder Menthol die tägliche Mundhygiene.

Zahnfleischtaschen behandeln.

Zahnfleischtaschen sind kleine Spalträume zwischen der Zahnwurzel und dem Zahnfleisch, die z. B. durch Zahnbelag oder Entzündungen entstehen. Da an diesen Stellen das Zahnfleisch nicht mehr fest am Zahn anliegt, nisten sich häufig Bakterien ein und verursachen Mundgeruch. Abhilfe schafft die regelmäßige professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt: Mit speziellen Zahninstrumenten und mithilfe von Ultraschall werden Beläge auf den Zähnen entfernt und die Zahnfleischtaschen gereinigt. Bei sehr tiefen Zahnfleischtaschen gibt es die Möglichkeit chirurgisch zu behandeln. Die gründliche tägliche Mundhygiene (siehe oben) unterstützt die Therapie.

Komplementärmedizin.

Bei akuten Entzündungen im Mundraum haben Pflanzenextrakte aus Salbei, Kamille, Myrrhe oder Ratanhia eine heilungsfördernde Wirkung. Teilweise erreichen Produkte mit hohem Alkoholgehalt zusätzlich eine Abtötung von Erregern. Die Tinkturen entweder direkt auf die Schleimhaut auftragen oder mit Wasser verdünnen, den Mund gründlich ausspülen bzw. Gurgeln und die Lösung wieder ausspucken.

Hinweis:

Viele Präparate enthalten Alkohol.

16.08.2018 | Von: Dr. med. Arne Schäffler; Dr. med. Brigitte Strasser-Vogel; Sektion "Ihr Apotheker empfiehlt": Dr. med. Arne Schäffler; Miriam Knauer

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